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Referenzpräparat
| Diagnose |
Akute myeloische Leukämie (AML ) |
| Groblokalisation |
Lymphatische Gewebe, KM, Milz |
| Topographie |
Knochenmark, Beckenkamm |
| DiagnoseGruppe |
maligner Tumor |
| Einleitung |
Einteilung:
Die WHO-Klassifikation (2008) berücksichtigt neben morphologischen auch immunologische, zytochemische, zytogenetische und molekulargenetische Befunde Befunde für die Einteilung der AML und unterscheidet folgende diagnostische Kategorien: -
AML mit wiederkehrenden zytogenetischen Abnormalitäten
- AML mit myelodyplasieverwandten Veränderungen
- AML, therapiebedingt (z.B. Alkylantien, Topoisomerase II Inhibitoren)
- AML nicht anderweitig klassifizierbar
- Myeloisches Sarkom
- Myeloische Proliferationen bei Down-Syndrom
- Blastäre Neoplasie plasmoztyoid-dendritischer Zellen
Morphologie:
Die Grösse von Myeloblasten variiert von wenig grösser als reife Lymphozyten bis grösser als Monozyten. Sie haben reichlich basophiles oft granuliertes Zytoplasma. Die Kerne sind rund bis oval, enthalten gewöhnlich mehrere Nukleolen. Das Chromatin ist fein. Auer-Stäbchen (=kristalline kondensierte azurophile Granula) sind in einem Teil der AML Subtypen im Zytoplasma der Blasten nachweisbar (nur zytologisch, nicht in der Knochenmarkhistologie). Sie sind spezifisch für Zellen der myeloischen Reihe.
Anmerkung:
Seltenerweise ist eine aute Leukämie aufgrund morphologischer, zytochemischer und immunphänotypischer Untersuchungen (Flow Zytometrie) nicht eindeutig als myeloisch oder lymphatisch klassifizierbar (akute undifferenzierte Leukämie) oder es liegt gleichzeitig eine myeloische und lymphatische Differenzierung vor (akute Leukämie mit gemischtem Phänotyp, MPAL).
update 30. August 2012
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| Klinik |
Vorkommen:
Die weltweite Inzidenz der akuten Leukämie liegt bei 4/100'000 pro Jahr. 70% dieser Fälle betreffen akute myeloische Leukämien. Die AML tritt in allen Altersgruppen auf. Ein Grossteil betrifft aber Erwachsene (mittleres Erkrankungsalter 70 Jahre). Da immer mehr Patienten mit Tumorleiden nach intensiver Chemotherapie oder Knochenmarktransplantation überleben, nehmen therapieassoziierte AML Fälle zu.
Symptomatik:
Die Patienten zeigen Zeichen der Knochenmarkinsuffizienz: Anämie, Leukopenie oder leukozytäre Dysfunktion, Thrombozytopenie und ihre klinischen Folgen (Blutungen). Gelegentlich findet sich eine Leukozytose (Blasten im peripheren Blut). Symptome können auch durch Infiltration von Organen durch leukämische Zellen auftreten. Milz, Leber, Gingiva und Haut sind am häufigsten betroffen. Bei sehr hoher Leukozytenzahl im Blut können die Leukozyten intravasal aggregieren und verklumpen (Leukostase). Dies kann zu Dyspnoe oder Bewusstseinsstörungen führen. Tumorinfiltrate im Knochenmark können Knochenschmerzen verursachen.
Diagnostik:
Gemäss der WHO Klassifikation wird eine akute myeloische Leukämie diagnostiziert, wenn der Myeloblastengehalt im Blut oder im Knochenmark mehr als 20% beträgt. Für die Klassifikation werden Blutwerte, Knochenmarkaspirationszytologie, Knochenmarkbiopsie (hier abgebildet) mit Immunhistochemie, zytogenetische und molekulargenetische Befunde berücksichtigt. Letztere haben entscheidende prognostische und diagnostische Bedeutung. Die Knochenmarkbiopsie ist notwendig zur Bestimmung der Knochenmarkzellularität vor und nach Therapie, für die Diagnose hypozellulärer akuter Leukämien und für Leukämien mit Myelofibrose. Die Klassifizierung kann nur an Biopsien erfolgen, die vor Therapie entnommen wurden.
Therapie:
Aktuelle Chemotherapieschemata führen nur bei einem Teil der Patienten zur Heilung. Deshalb sollten alle Patienten wenn möglich im Rahmen einer Studie bzw einem spezialisiertem Zentrum behandelt werden. Es werden zunehmend spezifischere und risikoadaptierte Therapien eingesetzt. Die Standardchemotherapie umfasst eine Induktionstherapie und eine Konsolidierungstherapie. Bei jüngeren Patienten bzw Hochrisiko-patienten kommt eine allogene Stammzelltransplantation in Betracht.
update 30. August 2012 |
| Normalbefund |
Knochenmark |
| Literatur |
- Akute Leukämie beim Erwachsenen
- Diagnose und Therapie der AML (englisch)
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| Differentialdiagnose |
Akute lymphatische Leukämie |
| Morphologie |
Morphologische Merkmale:
- Ausgeprägte Hyperzellularität (hypozelluläre AML kommen vor) mit kompletter Verdrängung des blutbildenden Marks und des Fettmarks (packed marrow).
- Mittelgrosse Myeloblasten (12-20 Micrometer) mit grossen rundlichen Kernen und unterschiedlich prominenten Nukleolen.
- Schmaler agranulärer basophiler Zytoplasmasaum.
- Zahlreiche Apoptosen.
Das sollte der Kliniker dem Pathologen mitteilen:
- Befund der Aspirationszytologie
- Blutbild
- Zytogenetik
- Immunphänotyp
- Erstbiopsie oder Verlaufsbiopsie (Therapie)
- Anamnese einer Chemotherapie u./o. Radiotherapie
- Anamnese eines MDS
update 30. August 2012 |
| Makroskopie |
2800
3847
1352
9443
2226
8740
9866
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| VirtualSlide |
Akute myeloische Leukämie (AML) ohne Ausreifung
Akute myeloische Leukämie (AML) nicht weiter klassifiziert |
http://alf3.urz.unibas.ch/hipaku/stud/det.cfm?l=bs&s=0&id=7
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