Beobachtungen
Sven Müller
Einführung
Am einwöchigen Web-Projekt mit Schulkindern zum Thema Energie vom Sommer 1997 im Universitätsrechenzentrum in Basel unter der Leitung von Dr. Dieter Glatz nehme ich als Vater teil, um die Kinder und Jugendlichen mitzubetreuen, und schildere hier meine Beobachtungen. Sechs Wochen vor dem Kursbeginn hatte jeder Kursteilnehmer zwei Disketten mit der Anleitung zur Erstellung einer HTML-Homepage erhalten. Die Hausaufgabe bestand darin, die Dateien von den beiden Disketten auf die Festplatte zu laden, zu entpacken und die Anleitung zu studieren. Der Inhalt der beiden Disketten füllte zwei Bundesordner.
Beobachtungen als Mitbetreuer am ersten Kurstag
Am Montag morgen war noch keine Kursstunde vorbei, da waren bereits die ersten erfolgreichen Tests der aufzubauenden individuellen Homepages der Kinder- und Jugendlichen zu bestaunen. Jeder, wirklich jeder Kursteilnehmer hatte die ersten HTML-Tags eingegeben. HTML ist eine Dokumentbeschreibungssprache, welche dazu dient, Texte zu strukturieren. Die Instruktionen werden in sogenannten "tags" im Ursprungstext eingefügt.
Alle arbeiteten intensiv, listeten ihre Hobbies auf, stellten sich vor, schrieben, was ihnen wichtig im Leben war, auf. Meine Betreuungstätigkeit war auf den Kopf gestellt. Die Kinder gaben mir technische Tips, nicht ich ihnen.
Zur Mittagszeit mussten die Kursteilehmerinnen und -teilnehmer wiederholt aufgefordert werden, ihre Arbeitsplätze zu verlassen. Die Arbeits- und Lernwut war dermassen entbrannt.
Keiner kam zu spät vom Picknick im besonnten Park des Kantonsspital zurück. Nachmittags wurde intensiv weitergearbeitet.
Beobachtungen als Mitbetreuer am zweiten Kurstag
Am Vormittag besuchten wir ein Wärmekraftwerk im Keller eines Schulhauses und am Nachmittag eine Solaranlage auf dem Dach eines einstöckigen Pavillons. Der Kursleiter war sichtlich erleichtert, als alle Kursteilnehmer heil wieder auf dem sicheren Pausenplatz waren. Niemand war vom Flachdach in das Gebüsch gefallen.
Beobachtungen als Mitbetreuer am dritten Kurstag
Am Ende des Vormittags sprach ein Grafiker über seinen Beruf, über die vierjährige Ausbildung, über die Farbenlehre und über die professionelle Gestaltung von Seiten im Web.
Es war nützlich, dass alle Kursteilnehmer erfahrene Computerbenützer sind. Etwas erschwerend und zeitraubend war, dass die Computer im Rechenzentrum aus der Mac-Welt stammen und die Kursteilehmer in der Windows-Welt zu Hause sind. Beispielsweise wich die Vorgehensweise im Grafikprogramm zur Erstellung von Kurven, Kreisen, Plänen, Schemata und technischen Zeichnungen, zum Radieren, zum Löschen von Farben und für die Bildbearbeitung vom Gewohnten ab. Die Beherrschung des Zehnfingersystems sollte eine Selbstverständlichkeit sein.
Beobachtungen als Mitbetreuer an den beiden letzten Kurstagen
Nach der gemeinsamen Morgendiskussion werden die diversen Einzelarbeiten (Berichte, Beschreibungen, Diagramme, usw.) über Blockheizkraftwerke und Sonnenkollektoren - in den Vortagen verteilt auf 17 Computer - zu einem grösseren Ganzen zusammengefasst und die Querverweise (Links) erstellt. Die jungen Einzelkämpfer vor ihren Bildschirmen sind zu einem vernetzten Team zusammengewachsen und erleben die zielgerichtete und terminbezogene Gruppenarbeit.
Mit einem Klick kommen Sie auf die Fachberichte, auf die Selbstdarstellungen der kursteilnehmenden Kinder und Jugendlichen (also die Autoren der Fachberichte), auf den Bericht eines anderen Mitbetreuers Markus Stark oder auf die Startseite.
Fragen oder Kommentare dazu?
Mail an den beobachtenden Mitbetreuer, sven.mueller@active.ch
Meine privaten Interessengebiete im Schulbereich sind
Schulrecht
Schulisches Begabungsförderungsrecht
Kinderrechte
Elternrechte und Elternpflichten
Einschulungsalter
Klassenüberspringen
Parallelstudium
Beruflich bin ich ein Treuhänder, der weder Buchhaltungen prüft noch führt, sondern Erbteilungsverträge und Scheidungskonventionen schreibt, also üblicherweise täglich am Computer im Büro sitzt und textet, ob es schneit, regnet oder die Sonne scheint.